Eine Überdachung verändert nicht nur das Erscheinungsbild einer Terrasse. Sie beeinflusst auch den Lichteinfall in angrenzende Räume, die Verschattung am Sitzplatz und den Schutz vor Regen. Deshalb beginnt die Planung nicht bei Farben oder Möbeln, sondern bei Größe, Lage und Nutzung der Fläche. Verschiedene Terrassenüberdachungs-Ideen unterscheiden sich vor allem durch Tragwerk, Dachform, Verglasung und seitliche Ergänzungen. Welche Ausführung passt, hängt vom Gebäude, der Himmelsrichtung und den baulichen Gegebenheiten ab.
Kurzfassung
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Fläche und Gebäude gemeinsam betrachten
Die Form einer Terrasse legt nicht automatisch fest, wie eine Überdachung ausgeführt werden kann. Fenster, Dachüberstände, Fallrohre oder Rollladenkästen beeinflussen die Position der Tragkonstruktion. Ebenso entscheidet die Breite der Terrasse darüber, wie viele Stützen erforderlich sind und welche Spannweiten sich technisch umsetzen lassen.
Auch die spätere Nutzung sollte bereits vor der Planung feststehen. Ein Essplatz mit mehreren Sitzplätzen benötigt andere Abmessungen als eine kleine Sitzecke. Gleichzeitig müssen Laufwege frei bleiben, damit Türen ohne Einschränkung geöffnet werden können und sich Möbel problemlos nutzen lassen.
Dachformen erfüllen unterschiedliche Aufgaben
Bei vielen angebauten Konstruktionen kommt ein Pultdach zum Einsatz. Die Dachfläche besitzt eine Neigung, damit Regenwasser kontrolliert zur Dachrinne abgeleitet wird. Wie stark diese Neigung ausfallen muss, richtet sich nach dem verwendeten Dachmaterial.
Flachdächer wirken von außen nahezu eben. Technisch benötigen sie dennoch ein Gefälle, damit Niederschläge vollständig ablaufen können. Freistehende Überdachungen werden dagegen häufig mit Sattel- oder Walmdächern ausgeführt. Diese Dachformen verteilen das Wasser auf mehrere Dachseiten und verlangen eine entsprechend angepasste Entwässerung.
Lamellendächer unterscheiden sich von geschlossenen Dachflächen. Bewegliche Lamellen können geöffnet oder geschlossen werden und verändern dadurch Belüftung sowie Sonneneinstrahlung. Im geschlossenen Zustand muss auch hier das Regenwasser über integrierte Rinnen sicher abgeführt werden.
Eigenschaften von Aluminium, Holz und Stahl
Aluminium wird häufig für Terrassenüberdachungen verwendet, weil das Material vergleichsweise leicht ist und keinen regelmäßigen Schutzanstrich benötigt. Pulverbeschichtete Oberflächen lassen sich mit Wasser und milden Reinigungsmitteln säubern. Beschädigungen der Beschichtung sollten dennoch kontrolliert werden, da sie den Korrosionsschutz beeinträchtigen können.
Holz besitzt eine natürliche Oberfläche und passt zu unterschiedlichen Baustilen. Feuchtigkeit sowie Sonneneinstrahlung verändern den Werkstoff jedoch im Laufe der Zeit. Schutzanstriche müssen daher in regelmäßigen Abständen erneuert werden. Außerdem sollte verhindert werden, dass Wasser dauerhaft auf tragenden Holzteilen stehen bleibt.
Stahl erreicht bereits mit schlanken Profilen eine hohe Tragfähigkeit. Gleichzeitig bringt der Werkstoff ein höheres Eigengewicht mit und benötigt einen zuverlässigen Korrosionsschutz. Verzinkte oder beschichtete Oberflächen sollten insbesondere an Schweißnähten, Bohrungen und Verschraubungen regelmäßig kontrolliert werden.
Unterschiede bei Glas und Stegplatten
Für Glasdächer wird häufig Verbundsicherheitsglas eingesetzt. Zwei Glasscheiben sind dabei über eine reißfeste Folie miteinander verbunden. Im Schadensfall bleiben viele Bruchstücke an dieser Zwischenschicht haften. Diese Bauweise erfüllt besondere Anforderungen an Überkopfverglasungen.
Stegplatten bestehen meist aus Polycarbonat oder Acrylglas. Sie wiegen deutlich weniger als Glas und streuen das Tageslicht gleichmäßiger. Kunststoff verändert seine Länge jedoch bei Temperaturunterschieden stärker als Glas. Aus diesem Grund müssen Befestigungen und Anschlussprofile ausreichend Bewegung zulassen.
Beschattung und Seitenelemente gezielt auswählen
Die Dachfläche allein schützt nicht in jeder Situation vor Sonneneinstrahlung. Besonders bei tief stehender Sonne gelangt Licht seitlich unter die Überdachung. Je nach Ausrichtung der Terrasse können deshalb zusätzliche Beschattungssysteme sinnvoll sein.
Bei der Planung entstehen unterschiedliche Terrassenüberdachungs-Ideen, wenn Dachfläche, Seitenelemente und Beschattung miteinander kombiniert werden. Aufglasmarkisen liegen oberhalb der Verglasung und halten einen Teil der Sonneneinstrahlung bereits vor dem Glas zurück. Unterglasmarkisen befinden sich dagegen geschützt unter der Dachfläche und sind weniger der Witterung ausgesetzt. Ergänzend kommen seitliche Elemente wie Glasschiebeanlagen oder Senkrechtmarkisen infrage. Während Verglasungen den Wind abschirmen, dienen textile Systeme überwiegend als Sonnen- und Sichtschutz.
Glasschiebeanlagen können den Terrassenbereich bei Wind oder Niederschlag teilweise schließen, ohne das Dach zu verändern. Feste Seitenelemente bleiben dauerhaft an ihrer Position, während Schiebeelemente je nach Wetter geöffnet oder geschlossen werden können. Welche Ausführung geeignet ist, richtet sich unter anderem nach der gewünschten Offenheit der Terrasse und der geplanten Nutzung.
Pflege und Wartung erfüllen unterschiedliche Aufgaben
Pflege beschränkt sich auf die Reinigung der Oberflächen. Glasdächer, Profile sowie Dachrinnen sollten regelmäßig von Blättern, Pollen und anderen Ablagerungen befreit werden, damit Regenwasser ungehindert ablaufen kann. Je nach Werkstoff unterscheiden sich außerdem die geeigneten Reinigungsmittel.
Wartung betrifft dagegen Bauteile, die für die Funktion der Konstruktion verantwortlich sind. Dazu gehören unter anderem Schraubverbindungen, Dichtungen, Entwässerungsbauteile sowie bewegliche Elemente von Markisen oder Lamellendächern. Nach starken Wind- oder Schneebelastungen empfiehlt sich zusätzlich eine Sichtkontrolle der tragenden Konstruktion.
Die Lebensdauer einer Terrassenüberdachung hängt nicht allein vom verwendeten Material ab. Ebenso beeinflussen die Qualität der Montage, regelmäßige Instandhaltung und eine funktionierende Entwässerung, wie sich die Konstruktion über längere Zeit verhält.
Fazit
Material, Dachform, Verglasung und Beschattung beeinflussen die Eigenschaften einer Terrassenüberdachung jeweils auf unterschiedliche Weise. Tragkonstruktion, Verglasung, Beschattung und Entwässerung müssen auf die baulichen Gegebenheiten abgestimmt werden. Welche Terrassenüberdachungs-Ideen umgesetzt werden können, richtet sich nach Gebäudeform, Dachkonstruktion, Materialwahl und den vorhandenen Platzverhältnissen. Welche Ausführung gewählt wird, richtet sich nach den vorhandenen Platzverhältnissen sowie den Anforderungen an Licht, Witterungsschutz und Pflege.
