In früheren Zeiten war sie in der Regel der zentrale Ort des Hauses oder der Wohnung: die Küche. Daher wurde der Raum oft groß gewählt, mit viel Platz für all das, was die Familie als Mittel- und Treffpunkt benötigt. Hier kochte man, saß zusammen und besprach die Probleme des Alltags, machte Handarbeiten und die Kinder spielten.
In den vergangenen Jahrzehnten gestaltete sich das Ganze dann etwas anders. Single-Haushalte sind heute eher die Regel als die Ausnahme. Zudem gibt es immer mehr Menschen, denen Kochen keinen Spaß macht oder die schlichtweg keine Zeit dafür finden. Trotzdem bleibt die Küche natürlich ein unabdingbarer Bestandteil jeder Wohnung. Und: Der Trend geht trotz der erwähnten Entwicklungen wieder dahin zurück, die Küche zu einem Mittelpunkt der Wohnräume zu machen. Allerdings wird sie nun immer öfter nahtlos in die restlichen Wohnräume integriert. Dabei spricht man auch von einer (offenen) Wohnküche. Mit diesem spannenden Modell wollen wir uns hier etwas näher beschäftigen.
Die offene Wohnküche
Schaut man sich die Trends der letzten Jahre im Bereich des Hausbaus bzw. Wohnens an, war wohl kaum einer so deutlich zu erkennen wie jener hin zur offenen Wohnküche. Wie bei unseren Groß- und Urgroßeltern vor und zwischen den Weltkriegen wird die Küche bei uns wieder ein zentraler Punkt des Hauses. Gerade Familien nutzen das Essen und dessen Zubereitung wieder als gemeinsames Event. Eine schöne alte Tradition, die wieder auflebt – und die eine schöne Umgebung braucht. Die offene Wohnküche bietet genau diese Umgebung und zeichnet sich (wie der Name verrät) dadurch aus, dass sie nicht als eigenständiger Raum angelegt ist, sondern sich in einen anderen Raum integriert. Meist handelt es sich dabei um das Wohnzimmer. Die einzige Abgrenzung besteht oft aus einer Theke, an der auch gesessen (und gegessen) werden kann.
Die „neue Offenheit“ zeigt sich auch im Mix der Möbel. Das selbst aufgearbeitete Küchenbuffet vom Flohmarkt und der von den Großeltern geerbte Esstisch stehen neben den Elementen einer Edelstahl-Markenküche und bilden mit Stühlen aus dem schwedischen Möbelhaus ein buntes und trotzdem absolut rundes Bild in Harmonie und Gemütlichkeit.
Vorteile der offenen Wohnküche
Der Trend zur offenen Raumgestaltung bringt den Effekt mit sich, dass die Familienmitglieder mehr voneinander mitbekommen und so mehr miteinander teilen. Zudem wirken auch kleine Wohnungen mit einer integrierten Küche in der Regel deutlich größer, als sie eigentlich sind. Und: Die Küche wird so zum gestalterischen Element, das sich perfekt an den Rest der Einrichtung anpassen lässt und sich so in diese integriert.
Die Möglichkeiten sind dabei extrem vielfältig. Eine Wandgestaltung Ton-in-Ton mit der des Wohnraums, oder doch lieber ein reizvoller Kontrast zwischen beiden? Vielleicht passen sogar die Geschirrtücher und Tischsets zu den Sofabezügen im angrenzenden Wohnzimmer. Beliebt sind auch pflegeleichte Teppiche auf dem Küchenboden, die den Wohncharakter unterstreichen.
Aktuelle Trends bei offenen Küchen
Die aktuellen Entwicklungen im Bereich der offenen Küchen zeigen sich bereits bei der Raumgestaltung in der Bauphase der Wohnung oder des Hauses. Der Trend geht eindeutig zu einer zentralen Lage, offen und dem Wohn- und Lebensraum angeschlossen, integriert mit zentralem Kochfeld bzw. einer Kochinsel, und dabei hell und freundlich eingerichtet.
Faktor Gestaltung: Im Hinblick auf Einrichtung der offenen Küche liegt der Trend im Mix von klassischen Einbauelementen mit alten Möbeln. Die Oberschränke wachsen förmlich in die Höhe und schließen erst kurz vor der Decke ab, sodass der Raum maximal genutzt wird. Dafür ist inzwischen der Abschluss zum Fußboden seltener geworden. Unterschränke werden oft an den Wänden aufgehängt, so dass der Fußboden unter den Möbeln frei bleibt und so sehr einfach gereinigt werden kann. Zudem vermittelt diese Art der Montage eine gewisse Leichtigkeit, weil die Möbel zu schweben scheinen.
Bei den verbauten Materialien zeigt sich eine Zweiteilung: Entweder werden äußerst moderne und edel wirkende Hölzer sowie Glas, Metall oder Stein verbaut, oder man entscheidet sich für den klassischen, rustikalen Landhausstil, hier tendenziell entweder in hellem Naturholz oder in Weiß. Kombinationen dieser Stile sind immer öfter zu finden, etwa das antike Küchenbuffet zwischen den Hochglanz-Schrankfronten in Weiß als Highlight und Hingucker.
Auch Holzfronten in Dunkelbraun und Schwarz gelten nach wie vor als edel, sie sind allerdings Geschmackssache und passen nicht zu jedem Einrichtungsstil. Generell tendieren die Materialien für Fußboden und Arbeitsplatte zum Naturstein. Der ist teurer in der Anschaffung, bietet aber viele Vorteile gegenüber den Holzarbeitsplatten, z. B. beste Feuchtigkeitsresistenz, Kratz- und Schnittfestigkeit, Hitzebeständigkeit sowie einen geringen Pflegeaufwand. Das gilt übrigens auch für die Wahl des Fußbodens, den man als Natursteinboden oft in Grau oder Schwarz findet.
